Sehenswuerdig

Vergangenes Wochenende waren wir in Aurangabad, um die Sehenswuerdigkeiten in der Umgebung zu erkunden. Vom Reisen habe ich bereits berichtet.

Aurangabad liegt zentral im Bundesstaat Maharashtra, etwa 250 km von Pune, und gut 300 km von Mumbai entfernt, auf der kargen Deccan-Hochebene.

Die Stadt ist eine muslimische Gruendung, was man heute noch erkennen kann an zahlreichen Moscheen, Strassenschildern in Arabisch, verschleierten Frauen und baertigen Maennern. Wirtschaftlich sind die Brauereien bedeutend, ausserdem die Fahrrad- und Automobilindustrie. Unter anderem gibt es dort ein Werk von Skoda und Audi.

Touristen kommen, weil Aurangabad der beste Ausgangspunkt ist fuer Touren zu den Hoehlentempeln von Ellora und Ajanta, beide zaehlen zum UNESCO Weltkulturerbe.

Fuer den ersten Tag hatten wir uns Ellora als Ziel ausgesucht. Der Ort ist ungefaehr 30 km von Aurangabad entfernt. An einem Felshang kann man insgesamt 34 Felsentempel und-kloester besichtigen. Die aeltesten davon sind bereits in den ersten Jahrhunderten nach Christus entstanden und sind buddhistisch. Spaeter kamen zahlreiche hinduistische Tempel dazu, und zuletzt einige jainistische, auch schon vor ueber tausend Jahren.

Kailash-Tempel in Ellora

Der erste Tempel, auf den man zugeht, ist zugleich der groesste und bedeutendste, der Kailashtempel fuer Gott Shiva. Unvorstellbar, wie alles aus massivem Stein herausgemeisselt wurde, in Handarbeit, und ohne moderne Mess- und Planungsmethoden.

Es ist recht ruhig in den Tempeln, obwohl Wochenende ist. Daran ist bestimmt der heisse Sommer schuld. Auslaender sind kaum zu sehen. Das macht uns zu begehrten Fotomotiven. Die meisten fragen immerhin hoeflich, ob sie uns knipsen duerfen, und wir „revanchieren“ uns, indem wir die Leute auch fotografieren.

Gegen drei sind wir fertig mit der Besichtigung, und erschoepft von der Hitze, und nehmen den Linienbus zurueck. Nach so einem Tag ist ein klimatisiertes Hotelzimmer mit Dusche, sowie ein Pool direkt vor der Terrasse, eine reine Wohltat.

Im Hotel gibt es ein Restaurant, das ostasiatische Kueche bietet, Spezialitaeten aus Thailand, Indonesion, Vietnam… Zusammen mit einem kuehlen Bier noch eine reine Wohltat, und ein perfekter Abschluss fuer den Tag.

Nach Ajanta fahren wir am Sonntag. Dort sind die Dinge etwas komplizierter. Von der Bushaltestelle und vom Parkplatz aus muss kommt man zum ersten Ticketschalter, dort sind 10 INR „Amenity-Fee“ pro Person zu bezahlen. Mit diesem Ticket wird man durch zahlreiche Touristenlaeden geschleust und kommt zur Bushaltestelle, von wo die angeblich Schadstoffarmen Busse zum Eingang fahren. Einige Busse machen Pause, so ist die Schlange recht lange, und es dauert eine Stunde, bis wir in einen Bus einsteigen koennen. Fuer die Fahrt loesen wir das naechste Ticket, fuer 12 INR. Am Eingang zu den Hoehlen loesen wir das eigentliche Ticket und erfrischen uns mit kuehlem Thums up bzw. Maaza.

Die Tempel liegen wunderschoen in einer senkrechten Felswand oberhalb einer Flusschleife. Das heisst, es geht einige steile Treppenstufen nach oben. Alternativ kann man sich hochtragen lassen auf Stuehlen, doch wir verzichten auf die zahlreichen penetranten Angebote und schnaufen lieber ein bisschen.

Die Anlage umfasst rund 30 Tempel und Kloester, alle aus der buddhistischen Aera, also aelter als Ellora. Eine Besonderheit ist, dass zahlreiche Malereien in den Hoehlen erhalten sind. Diese sind schoen angestrahlt. Fast alle Tempel haben Klimaanlagen, um sie zu schuetzen, es gibt eine Maximalzahl von Personen, die gleichzeitig in den Raum duerfen, und Fotografieren mit Blitz ist streng verboten.

Die Hoehlen von Ajanta

Der Fluss im Tal ist trocken, und die Baeume haben all ihre Blaetter abgeworfen. Im Tal staut sich die Hitze, und laesst uns etwas schneller weiterwandern. Wir werden mit Sicherheit wiederkommen, wenn es dort gruen ist.

Am Montag vormittag lassen wir uns zur bekanntesten Sehenswuerdigkeit von Aurangabad fahren: Bibi ka Maqbara, ein Mausoleum, das dem Taj Mahal erstaunlich aehnlich sieht. Es wurde nur wenig Marmor und stattdessen viel Gips verarbeitet, dennoch ist die Anlage beeindruckend.

Bibi Ka Maqbara in Aurangabad

Ein wenig Shopping muss auch noch sein. Aurangabad ist beruehmt fuer Seidenwebereien, die das sogenannte Himroo hergestellen, Seide, die mit mit Metallfaeden durchzogen ist. Es gibt Saris, Schals in unendlich vielen Farbkombinationen fuer jeden Geschmack, so dass auch wir mit einer kleinen Einkaufstuete wieder heimfahren.

 

 

 

 

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