Heiss und kalt

Am vergangenen Wochenende waren wir unterwegs. Unser Ziel war Aurangabad, von wo aus wir die beruehmten Hoehlen von Ajanta und Ellora besichtigen wollten. Wir hatten Busfahrt und Hotel gebucht, und brachen am Freitag mit leichtem Gepaeck gegen fuenf direkt von der Arbeit aus auf. Hier moechte ich vom Reisen berichten, fuer die Sehenswuerdigkeiten werde ich einen eigenen Artikel spendieren.

Der Bus sollte um halb sechs abfahren, tatsaechlich kam er ungefaehr eine Stunde spaeter, so lange mussten wir in der Sonne am Rand des National Highway ausharren.

Im Bus konnten wir aufatmen, die Klimaanlage lief, und kuehlte angenehm. Dachten wir. Scheinbar sind die Busklimaanlagen nicht regelbar, oder die Fahrer beherrschen die Bedienung nicht – jedenfalls wurde es, als es dunkel wurde und die Sonne nicht mehr heizte, empfindlich kalt, die Klimaanlage blies unvermindert weiter. Irgendwann wurden Decken ausgegeben, und wir hatten die Wahl  zwischen Kaelte und nicht ganz taufrischen Decken.

Nachts um eins kamen wir endlich in Aurangabad an, und liessen uns von einer Rikscha zum Hotel fahren, angeblich neun Kilometer weit. Entsprechend hoch war der Fahrpreis, den wir mangels Alternativen akzeptieren mussten. Unsere eigene Schaetzung fuer die Strecke sind drei bis vier Kilometer.

Autorikschafahrt

Nach Ellora fuhren wir am Samstag mit dem Linienbus vom zentralen Busbahnhof aus. Der Bus war ein typischer Vertreter fuer lokale Linienbusse in Indien, alt, verlottert, keine Klimaanlage, dafuer aber kleine Fenster, die man aufschieben konnte. Das Klima drinnen war erstaunlich gut, bei maessigem Luftzug.

Auch am Sonntag, nach Ajanta, haben wir uns fuer den Linienbus entschieden, Das Klima war ertraeglich, die Fahrt, etwas mehr als 100 km, dauerte aber recht lange, wir hatten einen langen Aufenthalt unterwegs, und auch die Tankpause kostete Zeit.

Der Monsun hatte Aurangabad noch nicht erreicht. So waren die Temperaturen bei den Besichtigungen sommerlich heiss, vor allem in der Sonne, dazu im naechsten Artikel mehr.

Fuer die Rueckfahrt hatten wir den Bus knapp verpasst. Das kann passieren, wenn es keinen Fahrplan gibt. So hatten wir die Gelegenheit, ein neues Verkehrsmittel zu testen, den Touristenjeep. Als er uns aufgeladen hat, war erst ein Fahrgast drin, eine Familie kam noch dazu, und die Fahrt ging entspannt los, in gemaechlichem Tempo aus dem Tal heraus.

Beim naechsten Halt wurde vollgeladen:

Auf der ersten Sitzbank sassen der Fahrer, weitere drei Erwachsene und zwei Kinder. In der zweiten Reihe sassen wir zu viert. Hinten auf den zwei Baenken läengs des Fahrzeugs sassen noch jeweils drei Leute. Die Fahrt auf der Ebene wurde flotter. Der Luftzug auch, die Fenster waren naemlich alle offen, Sturm beschreibt die Luftbewegung besser. Nach zweieinhalb Stunden waren wir froh, aussteigen zu koennen. Meine Haare zu entwirren war eine langere Aufgabe, da habe ich Martin sehr um seinen Kurzhaarschnitt beneidet.

Die Rueckfahrt im Luxusbus verlief aehnlich wie die Hinfahrt, auch die Temperatur im Bus war aehnlich niedrig. Zur Unterhaltung liefen nacheinander zwei Bollywoodfilme in hoher Lautstaerke. Die Lautstaerke hilft wenig, wenn man die Sprache nicht versteht, doch die Handlung war auch so nachvollziehbar. Es war in jedem Film fuer alle etwas dabei, Action, Romantik, Drama, Tanz und Gesang.

Eine einfache und bequeme Art zu Reisen scheint es in Indien nicht zu geben. Es ist immer anstrengend, spannend, und macht Spass!

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